Die Cross-Zertifizierung ermöglicht die gegenseitige Anerkennung von Zertifikaten zwischen verschiedenen hierarchischen PKIs.
Dabei stellen sich zwei Zertifizierungsstellen (meist Root-CAs) gegenseitig Cross-Zertifikate aus.

Merkmale
- Ausdruck des gegenseitigen Vertrauens zweier gleichberechtigter PKIs.
- Keine der beiden Parteien ist der anderen übergeordnet.
- Die Regelwerke einer PKI gelten für die andere nur, sofern sie nicht im Widerspruch zu deren eigenen Regeln stehen.
- Die Interpretation der Vertrauensbeziehung ist oft komplex oder uneindeutig.
Problem der Skalierung
- Bei bilateraler Cross-Zertifizierung steigt die Zahl der Cross-Zertifikate quadratisch mit der Anzahl der Stammzertifizierungsstellen.
Beispiel:- 20 Stamminstanzen ⇒ 20 × 19 = 380 Cross-Zertifikate erforderlich.
Lösung: Bridge-CA
- Eine Bridge-CA dient als neutrale Vermittlungsinstanz.
- Jede beteiligte Root-CA tauscht nur ein Cross-Zertifikat mit der Bridge-CA aus.
- Dadurch lassen sich Zertifikate über die Bridge-CA auf alle anderen PKIs zurückführen.
- Dieses Modell wird auch als „Hub and Spoke“ bezeichnet:
- Hub: Bridge-CA als zentraler Knotenpunkt.
- Spokes: die einzelnen verbundenen PKIs.

Ergebnis:
Die Cross-Zertifizierung schafft Vertrauen zwischen unabhängigen PKIs, entweder direkt bilateral oder zentral über eine Bridge-CA, wodurch eine interoperable Vertrauensinfrastruktur entsteht.